2018 jährt sich die Räterepublik zum 100. Mal. Die in der ersten Planungsphase befindliche Ausstellung des Münchner Archivs der Arbeiterbewegung beabsichtigt keine Neuauflage der bisherigen, konzeptionell eher ereignisgeschichtlich angelegten Ausstellungen. Stattdessen soll versucht werden, die „Alltagsgeschichte“ der Revolution in den Blick zu nehmen und bisher nicht behandelte Themen und Lebensgeschichten aufzubereiten.

 

Für Berlin stellte der aufmerksame Beobachter Harry Graf Kessler fest: „Geringer Eindruck der Revolution auf das großstädtische Leben. Dieses Leben ist so elementar, dass selbst eine weltgeschichtliche Revolution wie die jetzige wesentliche Störungen darin nicht verursacht.“ Volker Ullrich hat deshalb moniert: „Die Historiker haben solchen zeitgenössischen Berichten aus der Umbruchzeit zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Sie aufzugreifen und zu analysieren hieße, wichtige Korrekturen am überlieferten Bild der Revolution vorzunehmen, das eben nicht nur vom Erlebnis einer tiefgreifenden politischen Zäsur, sondern auch und in vielleicht noch stärkerem Maße von der Erfahrung einer ungebrochenen Kontinuität in Mentalität und Alltagsverhalten bestimmt war.“

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