
Die Magnettafeln von vier einzelnen Figuren können nach Belieben bestückt werden
(z.B. mit Fotos und Dokumenten zur Geschichte der Kinderarbeit am jeweiligen
Ausstellungsort).
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Eine Ausstellung des Archivs der Münchner Arbeiterbewegung e.V.
zum Thema
Kinderarbeit - damals und heute
In Pakistan nähen sie Fußbälle für den Weltmarkt, in Brasilien schleppen sie Orangenkisten für die Fruchtsaftkonzerne, in Nepal sitzen sie als "Teppichkinder" am Knüpfstuhl, in Bangladesch schuften sie als "Steinbrecher" für den Straßenbau und in Indien bearbeiten sie Grabsteine für Friedhöfe - Kinderarbeit hat viele Gesichter.
Es ist noch gar nicht so lange her, dass Kinder auch bei uns harte Lohnarbeit verrichtet haben. So waren bis 1880 in der bayerischen Spinnerei Kolbermoor von insgesamt 2377 Arbeiterinnen und Arbeitern 166 Kinder unter 13 Jahren. Das jüngste Kind zählte gerade einmal neun Jahre. Geschickte kleine Kinderhände konnte man auch in anderen Zweigen der Textilindustrie gut gebrauchen, etwa beim Nähen von Handschuhen und kunstgewerblichen Accessoires.
Neben Ziegel schleppen und Körbe flechten arbeiteten Kinder oft in Gaststätten als Kegelbuben und Wassermädchen - als Lohn gab es meist nur etwas Trinkgeld und ein warmes Essen. Um 1900 waren etwa 10 Prozent aller Volksschüler im Deutschen Reich in der Landwirtschaft tätig, mehr als 200.000 Kinder wurden gewerblich beschäftigt. Die Dunkelziffer gerade bei der "unsichtbaren" Haus- und Heimarbeit war hoch.
Die Wanderausstellung dokumentiert das Thema "Kinderarbeit - damals und heute" in Form einer Kinderdemonstration. Die Installation besteht aus fünf Figurenpaaren, die jeweils ein Transparent tragen (Ein Figurenpaar mit Transparent ist 2,50 m hoch und 3,50 m breit). Auf die Vorder- und Rückseite der einzelnen Figuren, die 1,75 m hoch sind, wurden Texte, Fotos und Grafiken aufkaschiert. Die Ausstellung enthält eine Hörstation mit historischen und aktuellen Texten zur Kinderarbeit, die Schülerinnen und Schüler der Münchner Wilhelm-Busch-Realschule gestaltet haben. Zusätzlich gibt es vier Einzelfiguren mit Magnetflächen, die selbständig bespielt werden können. Der Raumbedarf beträgt mindestens 50 qm. Die Ausstellung, zu der auch einen Materialkoffer mit Fotos, Filmen und Texten gehört, kann sowohl im Freien als auch in Innenräumen gezeigt werden. Sie wird vom Archiv der Münchner Arbeiterbewegung e.V. ausgeliehen. Die Leihnehmer tragen die Kosten von Transport, Aufbau und Versicherung. Für Transport und Aufbau steht der Transportdienst Christian Luppatsch zur Verfügung (info@transportdienst.de).

Die Figurenpaare können in vielen Varianten (räumlich eng oder großzügig, im Kreis oder als Demo) aufgestellt werden. Die Hörstation wird mit Solarzellen betrieben und besitzt eine Halterung für Faltblätter.
Die Ausstellung wurde v.a. von der Kinder- und Jugendstiftung der Stadtsparkasse München, vom Bezirk Oberbayern, vom Kulturreferat sowie vom Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München gefördert.
Außerdem danken wir der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Bayern, dem DGB Region München, der IG Metall München, dem ver.di Bezirk und dem GEW Landesverband für die Unterstützung.
Weitere Informationen finden Sie in unserem PDF-Flyer
Konzeption: Kirsten Jörgensen / Dr. Sybille Krafft
Idee: Ingelore Pilwousek
Weitere Informationen: Dr. Sybille Krafft